Der Kompressor – kein Luftverdichter

Um genau zu sein sprechen wir hier von Kompressoren in der Signalverarbeitung, und gleichzeitig einem der mächtigsten Werkzeuge in der Musikproduktion. Meine erste Begegnung mit Kompressoren, insbesondere Multibandkompressoren war traumatisierend und verstörend. So viele unbekannte Knöpfe – irgendwas passiert – es lässt sich jedoch nicht so recht fassen was genau da passiert. Hätte ich nicht gewusst welches mächtige Tool Kompressoren sind, hätte ich das Thema vermutlich einfach verdrängt. Ich hätte mir damals einen möglichst einfachen, jedoch auch umfassenden Leitfaden gewünscht, daher tu ich mir das an und bringe zu Papier was ich weiß.

Ich bin eine einfacher Mann, und genauso war mein Ansatz: Nachmachen was ein X-beliebiger Nutzer im Internet vormacht und prüfen ob das Ergebnis gut ist. Das hat teilweise funktioniert. Weil es eben nur teilweise funktioniert hat habe ich mich letzten Endes selbst mit dem Thema befasst und muss gestehen dass es sich gelohnt hat. Inzwischen habe ich wohl einen kleinen Kompressor-Fetisch entwickelt und liebe es ebendiese zu verwenden. Kompressoren stellen für mich eine exzellente Möglichkeit dar, anderen Instrumenten Platz zu verschaffen, einem Instrument mehr, oder eben genau das Gegenteil, weniger „Attack“ zu verleihen, Bässe bässer (Vorsicht, schlechter Wortwitz) zu kontrollieren, Mixe klarer zu gestalten und zugleich in den tiefen Frequenzen eine klarere Linie zu verschaffen.

Überblick

Vorteilhaft ist es jedoch grundsätzlich zu verstehen was all diese verrückten drehknöpfe überhaupt machen, daher werde ich hier auf ein paar typische und Grundlegende Einstellungsmöglichkeiten eingehen:

  • Threshold: Der Threshold(Schwellenwert) bestimmt, ab welchem Pegel das Signal vom Kompressor bearbeitet wird.
  • Ratio: Dieser Wert bestimmt wie Stark das eingehende Signal, sobald es den Threshold wert überschritten hat, vom Kompressor beeinflusst wird.
    Beispiel: Ratio 4:1 = Eingangssignal 4 dB über Threshold = Ausgangssignal = 1 dB.
  • AttackAttackgibt an wie viele Millisekunden der Kompressor benötigt um nach überschreiten des Threshold wertes, auf typischerweise 63% des Ratiowertes herunterzuregeln.
  • ReleaseReleasegibt an wie viel Zeit der Kompressor benötigt, um nach unterschreiten des Threshold wertes das Signal wieder auf Originalpegel zu regeln.
  • Makeup Gain: Mit Makeup Gainlässt sich das Ausgangssignal insgesamt hochregeln. Macht Sinn um ein Signal, nach Kompression, wieder auf Ausgangslautstärke zu pegeln. Hierbei wird logischerweise die Lautheit insgesamt angehoben. Zu beachten ist, dass Störgeräusche/rauschen dadurch natürlich auch angehoben werden.

Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Amplitudenverlauf_Kompression.png

Arten von Kompressoren

Sobald du das verdaut hast werde ich darauf eingehen welche Art von Kompressoren es gibt. Ich werde mich wie im Rest des Leitfadens möglichst kurz fassen: Dazu muss ich etwas ausholen. Als ich Geboren wurde, war es noch üblich… natürlich ist das nur ein Scherz.

In meinen Augen ist es nur wichtig zwei Typen zu unterscheiden, die Technik spielt meiner Meinung nach eine Untergeordnete Rolle, da es hier, wie bei allen technischen Geräten logischerweise verschiedene Technologien und Herangehensweisen gibt.

  1. Breitbandkompressor
  2. Multibandkompressor

Breitband = Das Gesamte Frequenzspektrum des Signals wird vom Kompressor beeinflusst.
Multiband = Das Frequenzspektrum des Signals wird in mehrere „Bänder“ aufgeteilt, jedes einzelne „Band“ wird im Prinzip von einem eigenem Kompressor beeinflusst.

Beispiele
  • Ich nutze häufig das Signal der Bassdrum um die Bassgitarre zu Komprimieren. So kommen sich die beiden Instrumente nicht in die Quere.
  • Ich persönlich nutze Breitbandkompressoren vor allem auf einzelnen Spuren (z.B. Bass, Snare, bassdrum) und Multibandkompressoren eher bei Summensignalen (Mix Bus/Schlagzeug Bus)
  • Ein Kompressor mit extrem hoher Ratio ist im Prinzip ein Limiter

Ich denke das waren die Grundsätze. Kritik ist erwünscht. Dieser Artikel wird bei Bedarf erweitert.

Fußmaschinen – Ebay funktioniert!

Glückstreffer sind selten. Doch es gibt sie!

Ich hatte nun dieses irrsinnige Vergnügen. Vor ein paar Wochen hatte ich ja das Pech, dass mich bei ebay jemand bei der Sonor Z-9392 Doppelfußmaschiene im letzten moment überboten hat. Unglaublicherweise jedoch startete am selben Tag eine andere Auktion mit der selben Fußmaschiene.

Hatte ich nun Glück, dass es genau diese war und der Verkäufer keine genauen Angaben machte? Ich denke es spielt keine Rolle, denn ich hab sie!

Eine Sonor Z-9392 Doppelfußmaschiene, über die so gut wie nichts im Internetz steht, außer in PDF-Dateien auf http://sonormuseum.com/

 

Neupreis war 1992 430,00. Ob Dollar oder Mark steht nicht dabei. Doch auch das spielt keine Rolle, denn ich habe sie. für 34,xx€!

Es gibt sie also doch noch, die unglaublichen Schnäppchen auf ebay. Ich hätte es nicht gedacht, aber so ist es. Und so weit ich es beurteilen kann, hat die gute in den ~25 Jahren keineswegs an Dreschlaune verloren.

Mooer Radar – Erster Test mit Hörprobe

Wie versprochen ein Test mit dem Mooer Radar.
Schießbude hat Phil gespielt.

 


Signalkette

Ibanez mit EMG 81-7 Pickups -> Ibanez Tube Screamer Mini -> Vorstufe Bugera 333xl -> Mooer Radar Power Amp mit 6V6 Röhren, German.G 4×12 Cab, U87 Mikro -> Audio Interface -> Reaper

Mooer Radar – Ankündigung

Meine Leidensgeschichte

Seit ich verzerrte Stromgitarren aufnehme habe ich schon vieles ausprobiert – DI mit Amp & Cab Simulationen in der Daw, Modeling Amps, Röhrenverstärker mit analogen Cab simulationen, Röhrenverstärker mit Cabsim in der DAW, bin aber letzten Endes immer zur Gitarrenabnahme mit Mikrofonen zurückgekehrt weil die Ergebnisse einfach am authentischsten und besten sind. Physikalische Prozesse lassen sich eben nur schwer simulieren. Andererseits wird hier und da ein Mikro verschoben und schon scheint es schier unmöglich einen identischen Sound zu reproduzieren.  Keine Frage – es gibt extrem gute IRs, jedoch bin ich kein Fan davon den Gitarrensound in der DAW zu produzieren.

Die Rettung?

Vor kurzer Zeit erschien eine interessante, erschwingliche Gerätschaft die eine Antwort auf nahezu alle Konfigurationen zu sein scheint. Der Mooer Radar.

  • 30 Speaker Simulationen
  • 4 Endstufen simulationen
  • 11 Mikrofon Preamp Simulationen
  • Die Möglichkeit eigene, oder Drittanbieter IRs zu nutzen
  • EQ
  • 36 Preset-Slots
  • 6,3 mm Klinken Ein- und Ausgänge
  • 3,5 mm Stereo Klinkenausgang für Kopfhörer
  • Stromversorgung via (mitgeliefertem) Netzteil

Mögliche Verwendungszwecke

Das Gerät lässt sich über den Effekt Send des Amps betreiben, um somit die Vorstufe des Amps + Simulierte Endstufe des Radar zu nutzen, ebenso, sofern vorhanden, über den RAW out des Amps, was die Endstufensimulation des Radar überflüssig macht, jedoch noch immer die Möglichkeit einen IR zu nutzen bietet, und sich die Mikrofonierung zu sparen (Einfach nur weil es dazu gehört sei hier erwähnt dass fast alle Röhrenverstärker trotzdem eine Last brauchen – also bratet euch nicht den Amp weg und hängt Lautsprecher/Last dran). Theoretisch lässt sich der Radar mit vorgeschaltetem Effektpedal eurer Wahl betreiben um den Amp komplett wegzulassen. Außerdem ermöglicht er alle möglichen Arten von Mischbetrieb – Ein/Zwei Mikros am Cab + Radar. Besonders hat es mir die Möglichkeit angetan eigene IRs zu laden was zu qualitativ konstant hochwertigem Sound bei Aufnahmen und live führt. Ein weiterer Pluspunkt ist der geringe Preis. Bei 129 € kann fast nichts schiefgehen.

Fazit

Im Internet lesen ist die eine Sache, die eigene Erfahrung die andere, darum hab ich das gute Stück kurzerhand bestellt. Ausgiebige Tests folgen. Wenn das schiefgeht schwöre ich der Modeling-Welt endgültig ab… Wie immer…

Link zum Radar beim großen T

Gibson, DAW Controller

Gibson

Und mal wieder etwas für die Gitarristen unter uns. Gibson hat auf der CES-Show in Vegas die „Gibson Modern Flying V“ in drei Farbvarianten vorgestellt.  Erinnert stark an Star Trek.
(Anm. d. Verf.: Sie ist hässlich, teuer und hat nur 6 Saiten.)
Link

„Touchpad“ DAW-Controller auf Kickstarter

Wer, wie ich, ein Fan von (Sinnvollen) DAW-Controllern ist, wird diese Kickstarter Kampagne interessant finden. Es handelt sich dabei um ein frei programmierbares USB-Keyboard mit 36 Tasten. Da sich die Tasten dabei frei mit Tastaturbefehlen oder komplexeren Funktionen programmieren lassen, lässt sich das Gerät nicht nur in der DAW einsetzen. Außerdem: was kann man bei 55€ schon falsch machen?
Link

Axe-Fx III – Because Fuck You

Wovon zur Hölle redet der Penner da

Jeder der sich etwas mit seiner Axt beschäftigt kennt Axe-Fx. Den (fast) ultimativen Effektprozessor (Mal abgesehen vom Toaster… pardon, Kemper). Ebendieser geht in die Nächste Runde. Da sich die meisten in dieser Disziplin (auf den Sound kommt es an!) sowieso nicht für die blanken Zahlen interessieren, sei nur angemerkt dass sich die Leistung, im Vergleich zum Vorgängermodell, wohl mehr als verdoppelt. Alternativ kann man sich zwar ein Auto kaufen, aber im Grunde braucht den Scheiß doch eh keiner. Der Sound ist natürlich nicht von einem Röhrenverstärker zu unterscheiden… Genau wie beim Pod Super Mega Spezial vor 20 Jahren.

Fazit

Der Preis liegt aktuell bei 2499,- USD, zwei Jungfrauen und dem Erstgeborenen. Außerdem kann man ihn nicht normal kaufen. Man kann sich lediglich auf die Warteliste setzen lassen.
Man profitiert selbstverständlich von der frischen Luft der man zwangsläufig zu genüge ausgesetzt ist wenn man seine Wohnung, Auto und Kleidung verkauft hat. Zusätzlich kann man das mit einer Diät koppeln weil man sich ohnehin keine Nahrung mehr leisten kann.

Fazit Fazit

Wer sichs leisten kann – Feuer Frei. Ich bin lediglich frustriert weil ich ein armer Penner bin.

Ebay, Doppelfußmaschinen, Frust und (k)ein Fazit

Die lange Suche nach einer Doppelfußmaschine hatte Gestern beinahe ein Ende. Ja, Ich wollte möglichst viel Fußmaschine für möglichst wenig Geld. Ein naives Vorhaben?

Einige Hinweise:

Im Fokus stand eine gebrauchte Sonor Z-9392 aus den frühen 90’ern, welche zwar als defekt angeboten, jedoch augenscheinlich funktionstüchtig war.

Leider wurde sie mir in der letzten Sekunde und unter meinem eigentlichen Limit von 80-100€ für 71€ (EINUNDSIEBZIG – lächerlich) von irgendeinem Schlaumeier vor der Nase weggekauft. – Das kommt davon wenn man keinen Bot benutzt.

Nun geht die Suche weiter. Wenn aber alles scheitert, werde Ich mir eine neue Sonor DP 2000 zulegen. Diese ist erschwinglich und gut bewertet und nur mein Fetisch für Nischenprodukte und altes Gear hält mich davon ab sofort zuzuschlagen.

Ein kleines Fazit:

Doppelfußmaschinen sind teuer, teils verdammt teuer und eine gute gebrauchte günstig zu schießen ist reine Glückssache. Wer jedoch mehr Zeit als Geld mitbringt kann unter Umständen nen einmaligen Fang machen – im Gegensatz zu mir.

Günstiges Mikrofon für die Gitarrenabnahme

Bei der Gitarrenabnahme direkt vom Amp stellt sich immer die Frage nach dem richtigen Mikrofon. Ich bin was das angeht ein großer Fan vom Sennheiser E906 – für die Bassisten unter uns – dabei handelt es sich um dieses Ding:
Sennheiser E906
Da macht man Geräusche rein.
Andere wiederum schwören auf das Shure SM57.
Für Leute die jedoch eher das Sennheiser bevorzugen gibt es eine Alternative die nur 1/3 des Preises kostet.
Das Superlux PRA 628 MKII
Superlux PRA 628 MKII

Fazit

Der Frequenzgang ist dem Sennheiser recht ähnlich und in meinen Tests war der Klang ziemlich gut.
Für den Preis kann man ohnehin nicht viel falsch machen, somit spricht nichts dagegen es einfach mal zu testen.